Warum ich so gerne und oft Bahn fahre, egal in welchem Land ich gerade bin? Ich weiß es nicht genau, aber die Faszination wurde mir wohl praktisch in die Wiege gelegt, da mein Vater als Bauingenieur für die damalige noch staatliche „Deutsche Bundesbahn“ gearbeitet hatte und somit die ganze Familie kostenlos mitfahren konnte. So durfte ich z.B. als kleines Kind bei einer der ersten Testfahrten des damalig brandneuen ICE mitfahren!

Irgendwie besteht diese früh geweckte Leidenschaft für das Bahnfahren und seit mittlerweile mehr als 6 Jahren bin ich stolzer Besitzer der BahnCard 100 (2. Klasse). Wobei die DB gegenüber vielen Bahngesellschaften im Ausland, vor allem außerhalb Europas hervorragend dasteht. Meine bisher höchste „Verspätung“ hatte ich mit „Ferrocarriles de Cuba“ auf der Strecke zwischen Havanna und Santiago de Cuba – statt der am Ticketoffice versprochenen 16 Stunden waren es knappe 24! Dafür waren mein Reisebegleiter Andreas und ich zumindest in unserem Wagon die einzigen Ausländer und ich konnte einen Tag lang kostenlos mein Spanisch aufbessern. Andy ist übrigens kurz nach seinem Cuba-Trip ausgestiegen und vagabundiert seit mittlerweile schon fast 10 Jahre quer durch die ganze Welt. Ihr könnt ihm hier folgen https://www.instagram.com/observations_along_the_way/

Leider kann ich hier nicht über jedes einzelne Bahnabenteuer im Ausland berichten, da es mittlerweile mehr als 20 Länder sind. Aber ich möchte eine kurze Liste von meiner Meinung nach unvergesslichen Trips mit euch teilen:

Transsibirische Eisenbahn: Ob der Klassiker Moskau-Wladiwostok, über Ulan Bator bis Beijing oder Teilstücke ist dies wohl die weltweit berühmteste Bahnstrecke mit insgesamt 9288 km. Ich bin im August 2008 zusammen mit einem Freund von Moskau mit Halt am Baikalsee und in der Mongolei nach Peking zu den olympischen Sommerspielen gefahren.

Sri Lanka Railways: Ich bin in meinen nur 4 Tagen dort praktisch jeden Tag Zug gefahren, da ich allgemein selbst bei günstigeren Buspreisen bei halbwegs ähnlicher Reisezeit immer die Bahn bevorzuge. Es ist einfach für mich mehr Abenteuer, mit der Bahn zu fahren! Ich bin auf Sri Lanka durch das Hochland von Kandy nach Colombo und später von Colombo am malerischen Strand entlang nach Hikkaduwa gefahren, auch wenn die Strecke zunächst durch die direkt am Wasser liegenden Slums aus Wellblechhütten gehen. Das Titelbild hier stammt aus dem „Commuter train“ während der Rush-hour am frühen Abend in Colombo, da dort intelligenterweise alle Büroarbeiter gleichzeitig Feierabend haben. Ich war wohl noch nie so eng gedrängt im Zug gestanden, definitiv nichts für Klaustrophobiker!

Transrapid in China: Auf dem Weg zum Flughafen in Shanghai durfte ich damals einmal mit dem Transrapid fahren, der bis zu 430 km/h schnell fährt! Hier kann man dann als Deutscher dann ein bisschen Stolz, aber zu gleich traurig sein, dass soviel deutsche Ingenieurskunst bei uns nie auf die Schiene kam bzw. irgendwo anders auf der Welt kommerzialisiert wurde. Wobei es wird einem doch etwas mulmig zu Mute, wenn der Wagen bei über 400 das wackeln anfängt…