Mir ist wieder einmal eine schöne Geschichte passiert.

Eigentlich wollte ich nur einen ruhigen Moment auf einer Parkbank unweit des Roten Platz in Moskau verbringen und endlich meine Russischkenntnisse auch in der Theorie per Vokabelheft erweitern. Da spricht mich doch tatsächlich eine ältere, typisch russisch aussehende Dame, fast hätte ich „Babuschka“ gesagt, an. Sie hat bemerkt, dass ich wohl Ausländer bin und ein russisches Lehrbuch dabei habe.

Zunächst wechseln wir einige Sätze im Smalltalk und eigentlich wollte ich mich ja in Ruhe in mein Buch vertiefen. Da die Dame wirklich nett ist und wir irgendwie auch sofort eine interessante, fließende Konversation führen, lege ich mein Buch weg und konzentriere mich auf sie. Galina ist wie ich BWL-Absolventin und arbeitet in der staatlichen Verwaltung. Sie hat zwei Söhne und eine Tochter und zeigt mit stolz deren Fotos inklusive der Enkelkinder.

Da mir das Gespräch wirklich Spaß macht, lade ich Galina typisch Russisch zum Tee trinken ein und sie revanchiert sich postwendend mit einer Eintrittskarte für eine Foto-Ausstellung über Kasachstan (steht auf meiner Liste für 2017!) in der nahe gelegenen  Manezh Ausstellung, die ich leider dankend aus Zeitmangel ablehnen muss. Dafür gibt es zum Abschied zwei Tafeln russische Schokolade und einen dicken Kuss aus die Wange, die Dame war Mitte bis Ende 50…